Kleinkariert

Hee ihr!
Ich denke, manchmal bin ich ein bisschen kleinkariert.
Und damit meine ich jetzt nicht nur die wunderbaren Shorts, die ich trage, sondern das, was wir im Deutschen Sprachgebrauch als “kleinkariert” bezeichnen. Ich bin manchmal ein bisschen spiessig, ein bisschen kleinlich. Ich bin nicht so der Anarchie-Freund, ich gehöre nicht zu den Menschen, denen Rituale und Regeln nichts sagen. Ich bin bemüht, mich an Abmachungen zu halten (und sei es auch nur, rechtzeitig zum Abendessen zu erscheinen) und wünsche mir das auch von meinen Mitmenschen.
Ich mag es sauber, ordentlich im Grossen und Ganzen, ich mache nicht blau und ich steige nie über das Bahngleis, sondern gehe immer durch die Unterführung – auch wenn es dreimal länger dauert und ich weiss, dass kein Zug in der Nähe ist. Ich nehme Plastikflaschen, wenn ich unterwegs keinen PET-Eimer finden kann, mit nach Hause und entsorge sie erst da, und ich schminke mich konsequent immer ab – selbst, wenn ich erst nachts um vier heimkomme und fast aus den Latschen falle.
Ich mag Rituale – ich mag sie wirklich. Ich liebe es, mir abends einen Krug Tee aufzugiessen, während ich mit meiner Familie zusammensitze, ich mag es, nachmittags, wenn ich heimkomme, eine Tasse Cappuccino zu trinken, und ich zelebriere jeden Morgen denselben Ablauf, wenn ich mich für den Tag bereitmache. Rituale geben mir Halt und es fällt mir schwer, wenn ich mehrere Tage nicht zu Hause war und immer unterwegs – auf Achse – wenn ich keine Zeit hatte und alles stressig war, ohne meine Rituale auszukommen. Sie fehlen mir.
Ich führe in diesem Sinne ein ziemlich bürgerliches Leben – kleinkariert eben – und schaue erstaunt zu, wenn jemand das nicht tut – wenn jemand jeden Tag anders angeht, wenn er Regeln umgeht (und seien es auch nur Höflichkeitsfloskeln) oder sie gar bricht. Manchmal bewundere ich solche Menschen sogar – weil sie das tun – einfach so. Und ich nicht. Weil sie nicht kleinkariert sind – und ich schon. Weil sie sich trauen, altbekanntes Terrain zu verlassen und den Sprung ins kalte Wasser wagen. Ohne vorher lange darüber nachzudenken, ohne Zögern und mit Selbstvertrauen und Stärke.

Mein heutiges Outfit passt ein bisschen zu mir. Nicht nur, weil auch meine Shorts kleinkariert sind, sondern auch, weil es so ein typisches Jasi-Outfit ist. Im Winter Shorts  zu Stiefeln und Strümpfen – das ist eine altbekannte Kombi, die für mich immer wieder funktioniert. Es ist etwas, wofür ich nicht ins kalte Wasser springen muss. Bekannt.
Doch vielleicht ist es gar nicht unbedingt immer schlecht, kleinkariert zu sein. Es ist vielleicht genau das, was einem unruhigem Charakter wie mir Ruhe gibt.
Wie seht ihr das? Und wie gefällt euch das Outfit?

Ps: Habt ihr schon die neue “Hinter Marmormädchen“-Seite gesehen?

Shorts von Mango: hier
Stiefel von Deichmann: ähnliche hier
Tasche von Rebecca Minkoff: hier
Weste von Orsay: ähnliche hier
Basic T-Shirt von H&M: hier
Uhr von Fossil: hier

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15 Kommentare

  1. Liebe Jasi,
    das ist mal wieder ein toller Text von dir.
    Ich glaube, ich bin auch ein bisschen kleinkariert, obwohl ich manchmal lieber weniger nachdenken würde und weniger vorsichtig wäre.
    Aber das alles hat definitiv auch seine Vorteile, man muss nur für sich entscheiden wie man sein Leben leben will und womit man sich wohlsühlt. Und wenn das eben kleinkariert ist – dann ist das eben so 😉
    Ich mag dein Outfit, diese klassischen Farben gehen immer! Steht dir 🙂
    Alles Liebe,
    Annika von annywhere

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