Mut zur Farbe im Midirock

Die Zeit anhalten. Vielleicht ist es das, was ich gerade am liebsten möchte.

Pause drücken, wie bei einem Film, wenn man dieselbe Szene immer und immer wieder sehen möchte. Bei einem Buch, wenn man ein und denselben Satz liest, ihn sogar laut lesen muss, weil er so schön ist, weil es nicht reicht, ihn nur zu lesen – man muss ihn auch hören.
Wie bei Fotos. Wenn man den Auslöser drückt und weiss – dieser Moment, er gehört mir und ich kann ihn mir immer und immer wieder ansehen, kann ihn hervorkramen und mich wieder darin verlieren.

Die Zeit anhalten. Vielleicht ist es das, was ich gerade am liebsten möchte.

Pause drücken, nicht vor und bitte, bitte – auch nicht zurück.
In der Schwebe stehen. Erstmal Mut fassen. Einatmen.
Die letzten Sonnenstrahlen des Hochsommers einfangen, noch einmal alle meine Röckchen und Kleidchen tragen, Eis essen und draussen auf der Terrasse frühstücken. Den Sommer festhalten, ihn umschliessen mit beiden Händen, die Zeit einfangen.

Sie lacht so fest, dass sie einen Moment vergisst zu schwimmen und sich am Wasser des Sees verschluckt. Es ist lustig, dass sie nun darüber lachen kann – wo es vor wenigen Sekunden noch ein kleines Drama war. Sie schwimmt weiter, doch das Lachen steckt noch immer in ihrem Innern und gurrt leise vor sich hin.

Sie versucht den Moment festzuhalten, die Sekunden des Schwebens, mit aller Kraft hält sie ihn fest und spürt zugleich wie er ihr entweicht wie Nebel. Als wolle sie Nebel mit bloßen Händen einfangen.

Sie lehnt sich ein bisschen zurück, einen Moment lang Pause. Die Abendsonne erleuchtet die ganze Terrasse und sie geniesst es, den Menschen vor sich bei ihren Geschichten zuzuhören. Die Stimmung ist gut, ein seltener Moment an einem Ort, an dem die Stimmung oft leidet. Sie trinkt einen Schluck Wasser und lächelt, als sie angesprochen wird. “Und – was machen Sie heute Abend noch, Frau Wunderlich?”

Sie versucht den Moment festzuhalten, die Sekunden des Schwebens, mit aller Kraft hält sie daran fest. Und doch – jede Sekunde rinnt ihr durch die Finger wie Wasser, wie der letzte Schluck Nass in einer Wüste aus Stein.

Die Zeit anhalten. Vielleicht ist es das, was ich gerade am liebsten möchte.

Hee ihr!
Im Moment lese ich auf jedem Blog davon, dass sich alle auf den Herbst freuen. Auf die Herbstmode, auf die neuen Trends, auf Bilder im Laub und mehr Lagen Stoff. Auf mehr Kreativität bei der Outfitauswahl, auf neue Lieblingsstücke.

Ich mag den Herbst modisch gesehen auch. Ich liebe die Herbstfarben und ich liebe es, meine Boots wieder aus dem Schrank zu ziehen. Und dennoch – dennoch.

Ich liebe den Sommer. Auch modisch gesehen. Am liebsten möchte ich alle meine Sommerkleidchen noch einmal tragen, meine Röcke jeden Tag ausführen und die Sandalen will ich auch nicht hergeben. Ich bin noch nicht bereit für den Herbst. Ich bin noch nicht bereit, meine liebsten Sommerstücke zu verstauen. Und deshalb – deshalb bekommt ihr hier noch keine Herbstlooks zu sehen. Ich koste den Sommer noch aus. Jede Sekunde.

Deshalb zeige ich euch heute auch meinen neuen Midirock. Es war Liebe auf den zweiten Blick – sozusagen. Das erste Mal habe ich ihn nämlich in Ulm bei H&M (die beiden Outfitposts aus Ulm findet ihr übrigens hier und hier) entdeckt und ihn dann – auf Rat meiner Mutter und bei eigenen Zweifeln an dem Stück – nicht gekauft. Und dann getrauert (ihr kennt das, oder? Wenn ihr etwas nicht kauft und das dann bereut?). Ich habe ihn schon abgeschrieben, als ich ihn nun im Sale wieder entdeckte und ergatterte. Ist er nicht wunderschön?
Wie gefällt euch mein Outfit? Und wie steht ihr im Moment zum Sommer? Freut ihr euch auf den Herbst oder geht es euch wie mir?

Midirock von H&M: ähnlicher hier, hier und hier
Shirt von Zara: ähnliches hier
Schuhe von Vögele: ähnliche hier und hier
Tasche von Rebecca Minkoff: hier

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