Nur ein Kleidchen

Sie lauscht in sich hinein, als sie es merkt – merkt, dass sie ihre Hände so fest umschlungen hält, dass ihre Fingerknöchel weiss hervortreten.
Sie hat sich eingeredet, nicht nervös zu sein, doch als sie nun daran denkt – an gleich, an in-zwei-Minuten, an ihr-Zug-wird-langsamer, weiss sie, dass sie sich etwas vorgemacht hat. Sie muss ein bisschen lächeln – über sich selbst, über die ganze Situation – und der Mann, der ihr gegenüber sitzt, lächelt zurück, weil er denkt, dass das Lächeln ihm gilt.
Er öffnet den Mund, wohl um etwas zu sagen – um sie anzusprechen, doch sie wendet den Blick auf ihre Hände, die noch immer eng ineinander verschlungen auf ihrem Schoss liegen und ihr Herz hämmert so stark gegen ihren Brustkorb, dass es beinahe wehtut.
Der Mann vor ihr schweigt – vielleicht spürt er sie – die Nervosität. Jeder in diesem Zug muss sie spüren können, denkt sie und sieht aus dem Fenster, sieht dass der Zug nun beinahe zum Stehen gekommen ist. Es ist lustig, dass sie geglaubt hat, nicht nervös zu sein.
Sie löst ihre Hände, greift nach ihrer Tasche und strafft die Schultern.
Ihr Bauch schlägt noch zwei Salti, als sie aufsteht, doch ihr Lächeln ist nun nicht mehr so wacklig und ihre Beine tragen sie zur Tür.
Sie atmet tief durch, als ein kleines Mädchen sie mustert und fragt sich, ob man ihr die Nervosität noch ansieht oder ob das kleine Mädchen nur deshalb schaut, weil sie ein Kleidchen trägt und Lippenstift und ihr Haar in weichen Wellen über ihre Schultern fällt – weil sie sich aufgehübscht hat. Der Zug hält an, die Türen öffnen sich und ihr bleibt keine Zeit mehr für Gedanken, fürs Analysieren, fürs Nervös-Sein. Sie tritt hinaus und hinter der ganzen Nervosität spürt sie noch etwas Anderes. Freude.

Hee ihr!
Heute habe ich ein Kleidchen-Outfit für euch, über das ich gar nicht viel sagen kann – oder eigentlich doch. Das Kleidchen gehörte nämlich ursprünglich einer Freundin von mir und sie sah sehr bezaubernd darin aus, so dass ich ihr empfahl, es öfters zu tragen – etwas, was sie aber wohl nicht wollte, denn zu meinem Geburtstag erhielt ich ein Päckchen, das unter anderem dieses Kleidchen bewahrte.
Nicht gerade das kreativste Outfit für eine Modebloggerin – werden jetzt sicherlich einige denken. Ein Kleidchen zu einem Mantel. Lohnt es sich überhaupt, dieses Outfit auf meinem Blog zu zeigen? – habe ich mich gefragt. Nicht, weil ich das Kleidchen nicht absolut liebe oder weil ich es nicht mit viel Freude trage – sehr, sehr viel sogar – sondern, weil die Kombination nicht gerade herausragend ist.
Doch – Moment. Ein Modeblog, Trends, Neuheiten. Ja. Aber eben mehr als das. Ich. Und dieses Kleidchen.
Und weil ich es euch gerne zeigen wollte, tue ich das nun.
Was haltet ihr von so schlichten Looks?

Kleid von VeroModa: hier
Mantel von Mango: ähnlicher hier
Schuhe von Deichmann: hier
Tasche von Mango: ähnliche hier
Uhr von Daniel Wellington: hier
Ohrringe von SNÖ of Sweden: hier

Du magst vielleicht auch

15 Kommentare

  1. Es kommt nicht drauf an, ob es sich für andere lohnt, dieses outfit zu zeigen, sondern ob es dir gefällt. Manchmal stelle ich auf meinem blog ein shirt zu einer leggins vor. Eigentlich etwas ganz langweiliges, aber wenn man sich darin wohl fühlt, dann merken es auch die leserinnen. 🙂

  2. Ich liebe diesen Look von dir. Schlicht? Ja schon, aber die Kombination von dem hübschen Kleidchen und den beinahe rockigen Boots ist doch sehr stylisch und cool. Ich mag sowas total gerne, weil man schick aussieht und trotzdem den ganzen Tag bequem überall hin kommt. 🙂
    Liebste Grüße aus St. Leonhard Südtirol

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.