Button-Down-Skirt und Wollweste

Sie kann fühlen, dass es sie wütend macht.
Manchmal muss sie das Radio abschalten, die Zeitung liest sie nur noch, wenn sie gut gelaunt ist und manchmal verlässt sie den Raum, wenn das Thema aufkommt. Es macht sie wütend.

Sie denkt sich nichts dabei, isst ein Stückchen Kuchen. Es ist der dreissigste Geburtstag eines Freundes und sie spricht mit einer Deutschen. Es spielt keine Rolle, dass sie Deutsche ist – ihr ist ihre Nationalität egal, doch es scheint mittlerweile Gewohnheit zu sein, die Nationalität zu nennen. “Manchmal”, sagt die Deutsche gerade, “sollten wir einfach nur die Grenzen zumachen. So wie viele andere auch.” Sie ist es so Leid zu antworten, tut es trotzdem, doch schlussendlich steht sie auf und holt sich ein neues Wasser. Gegen diese Mauern kommt sie nicht an.

“Das Boot ist voll.”

Sie kann fühlen, dass es sie wütend macht.
Manchmal muss sie das Radio abschalten, die Zeitung liest sie nur noch, wenn sie gut gelaunt ist und manchmal verlässt sie den Raum, wenn das Thema aufkommt. Es macht sie wütend.

Minarettinitiative, Ausschaffungsinitiative, jetzt die Durchsetzungsinitiative.

“Das Boot ist voll.”

Sie ist keine gute Rednerin, wenn sie Radio hört und in Rage gerät, dann kann sie ihre Argumente nicht mehr logisch ordnen, sie kann dann nicht mehr unterscheiden zwischen Emotionalität und Rationalität und wenn sie Fakten und Zahlen nennen soll, dann fallen sie ihr nicht mehr ein, obwohl sie sie in ruhigeren Momenten vorbereitet hat, obwohl sie so viel gelesen hat, obwohl sie die Fakten nicht nur kennt, sondern auch spürt.

“Das Boot ist voll.” Sie haben das alles verurteilt, sie haben gesagt, dass so etwas nie wieder passieren darf. Sie haben gesagt, dass es nicht menschlich ist.

Sie tun es wieder. In Form von Initiativen. In Form von Gesprächen an Geburtstagen. In Form von Grenzen, die geschlossen werden. Es sind Menschen. Und obwohl sie keine Fakten nennen kann – nicht heute – wo sie gerade Radio gehört hat und wo sie an diesem Geburtstag war – keine Zahlen, fühlt es sich nicht menschlich an, was sie tun.

Wir sind aber Menschen. Draussen und drinnen. Überall.

Hee ihr!
Auf diesen Post freue ich mich schon, seit wir die Bilder geschossen haben. Erstens, weil ich mich in diesem Outfit so wohl fühle wie schon lange in keinem mehr. Die Weste, die ich euch hier zeige, war ein Spontankauf mit zwei Freundinnen in der neuen Only Filiale in der St.Galler Altstadt, und ich habe mich praktisch auf den ersten Blick in sie verliebt. Und obwohl ich eigentlich gerade keine Weste kaufen wollte – und meinen Schrank gerade ausmiste – ist die Weste dennoch in meiner Tüte gelandet.
Kombiniert habe ich sie mit dem schlichten Button-Down-Skirt in Suedeoptik und einer Bluse von H&M.  Overknees sorgen für warme Beine und schon steht das Outfit.
Der zweite Grund, warum ich mich so auf diesen Post gefreut habe, sind die Bilder. Als mein Bruder und ich loszogen, um zu fotografieren, war der hartnäckige Nebel gerade dabei, sich zu verziehen und die Sonne setzte sich durch. Dabei entstanden diese Bilder: Nebel und Licht.
Ich bin immer wieder erstaunt, was die Natur so schaffen kann. Wie gefällt euch mein Outfit?

Wollweste von Only: hier
Rock von H&M: hier
Bluse von H&M: ähnliche hier
Overknee von Asos: hier
Tasche aus Florenz: ähnliche hier

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26 Kommentare

  1. Da habt ihr eine tolle Stimmung eingefangen beim fotografieren und die Weste finde ich auch klasse. Bisschen wie ein schöner Schal, der umgenäht wurde 🙂 schönen Sonntag für dich
    Ela

  2. Der erste Teil des Posts ist wirklich toll. Der Text gefällt mir und setzt sich wirklich auf kreative Weiße mit der aktuellen Lage auseinander.

    Und die Fotos sind auch sehr hübsch geworden. Sehr frühlingshaften Licht. 🙂

  3. Hallo Jasmin,

    so ein schöner Look, das dunkle Rot der Bluse steht dir ausgezeichnet. Zunächst habe ich gedacht, dass die Weste ein Schal sei 🙂 Bin gespannt, wie du sie sonst noch kombinieren könntest, ist ein interessantes Stück (positiv gemeint! ;)). Die Bilder sind toll, hast wirklich Glück, so einen talentierten Bruder als Fotografen zu haben 🙂

    Alles Gute,
    Natalia

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