Wie geht es weiter mit Marmormädchen?

Wie geht es mit weiter mit Marmormädchen?

Was ist überhaupt passiert?

Heute möchte ich mit euch darüber sprechen, wie es mit dem Blog Marmormädchen und mit mir als Bloggerin weitergeht. Doch was ist überhaupt passiert, als dass ich mir diese Frage gestellt habe? Gehen wir ein paar Monate zurück.
Im Herbst letzten Jahres habe ich auf Instagram folgende Worte mit euch geteilt:

Zurzeit bin ich mir nicht sicher, wie es hier weitergehen soll. Weder mit dem Blog noch mit dem Profil noch mit mir als Nutzerin von Instagram.

Gerade beschäftigen mich so viel wichtigere Themen als Mode und Beauty. Der Rechtspopulismus steigt, wir verhaften die Menschen, die Leben retten, fördern massivste soziale Ungleichheit und verheizen unseren Planeten. 
Das alles war mir auch schon vorher bewusst – aber welchen Anteil ich selbst daran habe, habe ich sehr erfolgreich verdrängt. 
Ich weiß noch nicht, ob ich hier den Themenhorizont verändern werde oder ob ich das Profil [Instagram] schlussendlich einfach schließen werde. 
Mir liegt viel an dem Blog – weil er für mich Zeit mit meinem Bruder bedeutet und mir Freude macht. Gleichzeitig möchte ich nicht mehr länger für die Haltungen hinter diesem Blog einstehen und den übermäßigen Konsum von Mode und Kosmetik aus sozial unfairen Produktionen anpreisen.

Wenn es hier also zurzeit ruhig ist, dann nicht, weil ich keine Freude mehr an der Contenterstellung hätte, sondern weil ich mir erst in Ruhe Gedanken darüber machen muss, wofür ich einstehen, welche Werte ich öffentlich vertreten möchte. Und um mit den Leuten darüber zu sprechen, die mich bis anhin tatkräftig unterstützt haben und ihre Meinungen einzuholen.

Ich würde mich über eure Gedanken und Austausch freuen.

Wie geht es nun weiter?

Jetzt ist es März, und die Zeit bis jetzt habe ich gebraucht, um mir in Ruhe Gedanken zu machen, in welche Richtung sich Marmormädchen entwickeln soll. Für mich ist nach diesen Monaten nun klar, dass ich hier nicht mehr einfach nur Outfits vorstellen möchte, die ohne grösseren Sinn für sich stehen. Es wird Zeit für eine Veränderung.

Neu möchte ich diese Plattform gerne für Themen nutzen, die mir am Herzen liegen, mir auf der Zunge brennen und einen Mehrwert bieten. Sei dies, wie heute, für Themen rund um unseren Umweltschutz oder wie in meinem letzten Post einfach das Teilen von meinen Gedanken zu unserer Gesellschaft. Auch kann ich mir gut vorstellen, auf politische Ereignisse einzugehen – diese dann allerdings nur mit entsprechender Vorbereitung und Recherche.

Heute sprechen wir aber erstmal über mich – über die Schritte, die ich selbst schon gegangen bin und verändert habe.

erste Schritte

 

Welche Bereiche meines Lebens habe ich in den letzten Monaten verändert?

  • Umstieg auf Naturkosmetik ohne Mineralöle, Silikone und Paraffine. Ohne Mikroplastik.

    Das ist der erste Schritt, den ich gegangen bin. Weil er einfach ist – schnell umgesetzt – und weil Plastik für mich keinen Sinn in Kosmetik macht. Weil es unnötig ist und unserer Umwelt schadet. Und weil Erdöle und Stoffe aus Erdöl ebenfalls nicht in die Kosmetik gehören. Weil es sie nicht braucht und weil sie nicht in unendlicher Form zur Verfügung stehen. Ein längst überfälliger Schritt, darauf zu verzichten.
    Im Nachhinein betrachtet, hat der Umstieg auf Naturkosmetik bei mir überhaupt erst alles ins Rollen gebracht. Durch die Beschäftigung mit Inhaltsstoffen in unserer Kosmetik kam ich erst dazu, mich überhaupt mit Inhaltsstoffen – mit Stoffen – zu beschäftigen. Und dazu, meinen Konsum zu überdenken. Auch wenn es etwas Zeit braucht, ist mir der Umstieg auf Naturkosmetik vergleichsweise recht einfach gefallen. Es gibt noch einzelne Produkte, bei denen ich noch keinen “Tausch” gemacht habe, weil ich sie erst noch aufbrauchen möchte, doch bisher habe ich für alle meine Lieblingsprodukte aus der konventionellen Kosmetik gut Ersatz gefunden. Und manche Produktkategorien habe ich auch schlicht gestrichen – aber dazu gleich mehr.

  • Verzicht auf Einweg-Plastik

    Sei es Geschirr, Becher-To-Go oder der schlichte Plastikbeutel. Mittlerweile nutze ich eine Metallflasche für mein Wasser, habe – wenn ich glaube, dass ich unterwegs Kaffee trinken möchte – einen To-Go-Becher aus Bambus bei mir und habe Frischhaltefolie gegen wiederverwendbare Bienenwachstücher getauscht. Plastiksäcke habe ich schon früher zu vermeiden versucht, bin aber auch da noch einmal wesentlich konsequenter geworden. Den Beutel, den ihr weiter unten seht, habe ich übrigens in der zweiten Klasse im Handarbeitsunterricht selbst “verziert”. Ich musste lachen, als ich den plötzlich wieder in den Händen hielt. So lange hätte ein Plastikbeutel sicherlich nicht überlebt.
    Auch habe ich mir übrigens sogenannte Gemüsenetze angeschafft. Eine so einfache Alternative zu Plastikbeuteln, wenn es um den Gemüse-, Früchte oder auch Broteinkauf geht.

  • Umstieg auf Produkte mit möglichst wenig Plastik-Verpackungen

    Hier arbeite ich noch dran. Was mir im Bad immer leichter fällt (Gesicht und Körper wasche ich mit einer festen Seife, die Zähne putze ich mit einer Bambuszahnbürste, zum Rasieren hat mir meine beste Freundin einen Rasierhobel zum Geburtstag geschenkt und statt Wattepads nutze ich Baumwollpads, die ich wasche), fällt mir in der Küche beim Essen noch schwer. Zwar kaufe ich Gemüse und Früchte, wie schon erwähnt, längst mit Baumwoll-Netzen ein, gerate aber bei anderen Lebensmitteln immer wieder an Plastikverpackungen, da es hier in der Nähe keinen Unverpacktladen gibt und es wirklich schwer ist, Plastikmüll auszuweichen. Sicherlich könnte man einige Lebensmittel auf dem Markt oder direkt beim Bauern besorgen, allerdings ist mir das aktuell noch zu umständlich.
    Übrigens eine der genialsten Entdeckungen, die ich im Umgang mit Abfallvermeidung machen konnte: Happy-Po. Kurz gesagt ist Happy-Po ein mobiles Bidet, das definitiv Toilettenpapier einspart und einem aber vor allem auch ein wirklich sauberes Gefühl gibt.

  • Umstieg auf Fair-Fashion und Second-Hand

    Wenn ich denn wirklich etwas brauche. Denn tatsächlich ist mein Kleiderschrank übervoll und daher “brauche” ich eher weniger etwas. In den letzten Monaten habe ich mir ein Paar Turnschuhe und eine robuste Winterjacke gekauft. Die Winterjacke habe ich wirklich gebraucht, weil ich keine hatte, die wirklich warm und wasserdicht ist, die Schuhe waren für die Arbeit einfach ein schönes Plus, da meine alten Sneakers weiss waren und das manchmal aus Reinigungsgründen nicht unbedingt praktisch ist. Gekauft habe ich beides von fairen Anbietern und auch wenn ich dadurch “stolze” Preise bezahlt habe, bin ich mehr als glücklich mit den Käufen. Auch schön; mit meiner Mama durch die Brockenstuben in der Gegend zu flanieren. Nicht immer muss alles neu sein.
    Damit steige ich nicht nur auf Fair-Fashion um, sondern versuche auch, mein Konsumverhalten zu reduzieren. Dasselbe betrifft auch Kosmetik. Denn im Grunde genommen brauchen wir nicht für jede Körperregion eine eigene Creme, oder?

  • Umstieg auf vegetarische Ernährung inklusive vieler veganer Gerichte

    Während es mir recht einfach fällt, mich vegetarisch zu ernähren (seit Ende November), fällt es mir sehr schwer, Tierprodukte insgesamt zu reduzieren. Dies liegt vor allem daran, dass ich Milch und Milchprodukte immer über alles geliebt habe und das auch nun noch tue. Meine Milch im Cappuccino (ein großer Posten) habe ich mittlerweile mit der Oatly Hafermilch ersetzt (nach langer Suche nach einer leckeren Alternative), und ich probiere mehrmals wöchentlich viele neue vegane Gerichte aus. Für mich selbst vegan zu kochen, fällt mir dabei immer leichter, während ich mich extrem schwer damit tue, unterwegs vegan zu essen. Ich stamme ausserdem aus einer klassischen “Einmal-am-Tag-wird-Fleisch-gegessen-Familie”, und der Umstieg auf die vegetarische Ernährung war für meine Familienmitglieder bereits eine grosse Umstellung und teilweise auch mit Ängsten verbunden (“aber isst du denn noch genug?” / “hast du nun keine Mangelerscheinungen?” / “was sollen wir denn nun kochen?”).
    Ganz vegan leben werde damit ich wohl nie, auch wenn ich es aus ethischer und ökologischer Sicht als sinnvoll erachten würde und bewundere. Dennoch. Auch kleine Schritte sind Schritte in die richtige Richtung.

  • Beitritt einer politischen Partei

    Ein Schritt, der sich einfacher anhört, als er es ist. Denn erst einmal hieß das für mich, mich mit unserem Parteiwesen in der Schweiz auseinanderzusetzen und mich selbst zu fragen, was mir wichtig ist und für welche Werte ich einstehen möchte. Eine Partei zu finden, die diese Werte zu 100% vertritt, ist unmöglich. Es gilt also, Kompromisse einzugehen. Doch welche? An welcher Stelle? Und vor allem: Welche nicht? Schlussendlich blieben für mich zwei Parteien in der engeren Auswahl (die Grünliberalen und die Sozialdemokratische Partei der Schweiz). Ich denke, am Ende muss man sich einfach entscheiden und das habe ich auch getan. Offengestanden glaube ich sowieso, dass der Beitritt einer Partei nur der erste Schritt ist. Das Aktiv-Sein ist dann Schritt 2 und wesentlich wichtiger als nur der Beitritt. Diesbezüglich bin ich allerdings noch nicht weiter – habe es aber auf der Agenda und hoffe, euch bald Neues zu berichten.

Wo habe ich mir Untersützung geholt?

  • Bei Influencern und Bloggern wie DariaDaria, Pia Kraftfutter, Talisa MinoushLuisa Dellert, Vegan ist ungesund und vielen mehr. Diese Profile kann ich euch von ganzem Herzen empfehlen, denn sie bieten wirklich einen Mehrwert, regen zum Denken an und die Leute hinter diesen Profilen leisten eine unfassbare Arbeit.
  • Bei Freunden und Familie. Es hilft extrem, solche Umstellungen nicht alleine für sich anzugehen, sondern andere zur Diskussion einzuladen. Das garantiert euch nämlich nicht nur mehr Unterstützung sondern auch kritische Stimmen, die euch wiederum zum Nachdenken anregen. Ach – und vielleicht holt ihr ja sogar jemanden mit ins Boot?
  • Bei Dokumentationen und im WordWideWeb. Gerne werde ich euch im Verlauf einige der spannendsten Artikel verlinken oder auf Dokumentationen aufmerksam machen.

Was denkt ihr zu den Veränderungen, die ich hier vorhabe? Und wie steht ihr zu den einzelnen Schritten, die ich schon gegangen bin? Könntet ihr euch für eine Partei in eurem Land entscheiden oder hättet ihr Schwierigkeiten? Wer sind eure liebsten Influencer und warum sind sie es? Welche Schritte geht ihr im Umweltschutz?

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