Gedankengrübeln einfach beenden

Gedankengrübeln

Hallo ihr Lieben.
Heute habe ich wieder einen besonderen Post für euch. Nämlich den ersten Post aus dem Bereich “Achtsamkeit”. Gerne möchte ich euch im Folgenden eine Übung vorstellen, die gegen unangenehmes Grübeln helfen kann.

Achtsamkeit und mein Weg zu ihr:

Wie komme ich überhaupt dazu, Achtsamkeitsübungen mit euch teilen zu wollen? Wie einige von euch vielleicht wissen, arbeite ich als Pflegefachfrau in einer psychiatrischen Klinik. In diesem Setting habe ich sehr oft damit zu tun, dass es Menschen sehr schwer fällt, ihre Gefühle auszuhalten oder dass sie unter ihren kreisenden Gedanken leiden. Dadurch bin ich auch zu den Themen “Verhaltenstherapie” und schließlich “Achtsamkeit” gekommen. Und ich habe dabei gemerkt, dass Achtsamkeitsübungen nicht nur für meine Patienten und Patientinnen oft hilfreich im Umgang mit ihren Erkrankungen sind, sondern auch in meinem Alltag einen festen Platz verdient haben. Denn auch wenn meine Patienten und Patientinnen meistens so große Probleme haben, dass für sie ein Bestehen ihres Alltags nicht mehr möglich ist, sind Probleme mit Gefühlen und plagenden Gedanken sehr häufig und nicht unbedingt Teil von psychischen Erkrankungen.

Grübeln und Achtsamkeit:

Gedanken können sehr belastend sein. Oft können wir sie schlecht abschalten, obwohl sie uns nervös machen. Manchmal kreisen Gedanken auch immer wieder um ein und dasselbe Thema, und wir plagen uns mit Sorgen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir alle Situationen kennen, in denen wir eigentlich schlafen wollen, uns aber Sorgen plagen, die wir in unseren Gedanken hin und her wälzen. Dass wir es alle kennen, dass wir gewisse Situationen aktuell nicht ändern können, sie aber dennoch immer und immer wieder gedanklich hin- und herdrehen. Das ist belastend.

Grübeln. Ein wunderschönes Wort, wie ich finde. Denn es zeigt, was wir tun. Wir grübeln in den Untiefen unseres Bewusstseins, fügen uns selbst Wunden hinzu, bohren Löcher.
Denn während es manchmal Sinn macht, sich mit seinen Problemen auseinanderzusetzen und alles noch einmal durchzudenken, gibt es eben auch Situationen, wo es keinen Sinn macht und wir uns nur selbst verrückt machen. Und das ist vielleicht auch der Unterschied zwischen Reflexion und Grübeln.

Wenn wir selbst bemerken, dass unsere Gedanken ungewollt immer wieder in die selbe Richtung abschweifen, wir uns mehr und mehr anspannen, von unseren Gefühlen übermannt werden und uns kaum noch auf etwas Anderes konzentrieren können, dann ist das vor allem eines; hinderlich.

Grübeln stoppen:

Und darum möchte ich euch heute eine meiner liebsten Achtsamkeitsübungen zum Thema Grübeln vorstellen.

Diese Übung nennt sich “Wolken vorbeiziehen lassen” und ich habe sie euch nicht nur schriftlich mit Anleitung festgehalten, sondern sie auch vertont, damit ihr sie direkt durchführen könnt.

Das Beste daran: sie dauert nicht mehr als zehn Minuten. Neugierig? Dann los:

Gedankengrübeln

Wolken vorbeiziehen lassen:

Für diese Übung setzte dich an einen Ort, an dem du dich wohlfühlst und ungestört bist.

Als erstes atme tief ein, fühle wie die Luft deine Lungen füllt. Dann atme tief aus, nehme dir Zeit dafür. Das kannst du ein paar Mal wiederholen.

Wenn Gedanken aufkommen, die dich plagen, dann stelle dir vor, wie du diese Gedanken nimmst und in eine Wolke packst. Die Gedanken sind nun gut umhüllt von der Wolke und ziehen am Himmel an dir vorbei. Dabei versuche, nicht wütend auf dich selbst zu sein, weil dich diese Gedanken plagen. Lasse die Gedanken einfach nur von einer Wolke umhüllt an dir vorbeiziehen.

Atme bewusst.

Kommen wieder Gedanken auf, die dich plagen, dann verfahre erneut so, wie zuvor. Stelle dir vor, wie du die Gedanken in eine Wolke packen und an dir vorbeiziehen lässt.

Du wirst merken, dass du mit der Zeit und einigen Wiederholungen ruhiger wirst und dass die Gedanken weniger drängend werden. Wenn du diese Übung ein paar Mal gemacht hast und dich etwas entspannter fühlst, kannst du dir in Ruhe überlegen, was du nun tun möchtest und was dir gut tut aktuell. Du hast den Kopf nun frei, um dich mit etwas Anderem zu beschäftigen.

Ich bin sehr gespannt auf euer Feedback zum Post. Kennt ihr das Prinzip der Achtsamkeit schon oder soll ich es euch einmal genauer vorstellen? Und was haltet ihr von Posts aus dieser Richtung? Seid ihr oft geplagt durch Grübeln?

Auch bin ich gespannt, was ihr zu der Vertonung der Übung sagt. Es ist das erste Mal, dass ich euch meine Stimme so präsentiere, und ich bin etwas nervös.

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